Sozialdokumentarische Fotografie
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Projekt Eisenhüttenstadt
Stand: 17.8.2019
 
Der Blickfang in der Lindenallee: Friedrich-Wolf-Theater (1)
 
Aus dem Flyer "Eisenhüttenstadt - Die Planstadt zu Fuß entdecken"
  1. Friedrich-Wolf-Theater
  2. Platz des Gedenkens mit Obelisk
  3. Astrid-Lindgren-Grundschule
  4. Pestalozzi-Schule
  5. ehemalige Großgaststätte Aktivist
  6. Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
  7. Grundschule Erich Weinert
  8. Krankenhaus
  9. Gesamtschule
  10. Selbstbedienungskaufhalle
  11. Rathaus
  12. Hotel Lunik
  13. Linden-Zentrum
 
Straßennamen im Lauf der Zeit
 
Die Magistrale - Lenin-Allee, jetzt: Lindenallee - erster Eindruck - Details
Blick über die Beeskower Straße der Lindenallee folgend bis zum Linden-Zentrum (13), hinter dem der (unbebaute) Zentrale Platz liegt. Links liegt der Wohnkomplex I, rechts Wohnkomplex IV
Die Fassade mit dem Friedenstaube-Mosaik gehört zum Linden-Zentrum (13) an der Straße der Republik
Link zu einer ausfürliche Vorstellung der Bebauung der Lindenallee
Blick vom Rathaus (11) am Zentralen Platz auf den Beginn der Lindenallee zwischen der Ruine des Hotel Lunik (12) und dem Linden-Zentrum (13)
Blick der Lindenallee folgend zum Werk - televerdichtet
Blick von der Beeskower Straße zum Werk. In der ursprünglichen Planung sollte die Einfahrt durch ein monumentales Tor eingefasst werden.
Vor dem Eingang zum Werk
 
 
(5) ehemalige Großgaststätte Aktivist
Gebäude der ehemaligen Großgaststätte Aktivist an der Karl-Marx-Straße/Ecke Saarlouiser Straße (vormals Straße der Jugend)
 
 
 
In der Grünanlage vor dem Gebäude
Karl-Marx-Straße
Einmündung der Saarlouiser Straße auf die Karl-Marx-Straße - rechts außerhalb des Bilder der "Aktivist"
"Rote Ecke"
Karl-Marx-Straße Richtung Süden, rechts der Wohnabschnitt II ....
... und links einige Gebäude des Wohnabschnitts V (noch überprüfen!)
Hier wird die Blockrandbebauung an der Karl-Marx-Straße durch die Erich-Weinert-Allee geöffnet. Auf die Tore und Durchfahrten, die bei anderen Blöcken prägend sind, wird hier verzichtet.
Erich-Weinert-Allee und Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
Hier die Straßenschilder im Kontext
Im Inneren des Blocks zwischen Karl-Marx-Straße, Friedrich-Engels-Straße, Poststraße und Saarlouis-Straße. Dieser Teil von Wohnabschnitt II wird durch die Erich-Weinert-Allee erschlossen, die aber als reine Zufahrt und nicht als Durchgangsstraße angelegt ist.
Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR (6)
.. von der Erich-Weinert-Allee her gesehen. Dahinter liegt dann die Poststraße
Gegenüber dem Dokumentationszentrum in Wohnblock (dahinter liegt die Karl-Marx-Straße)
(7) Grundschule Erich-Weinert
Das Gebäude der Erich-Weinert-Grundschule (7) an der Friedrich-Engels-Allee, die den Wohnabschnitt II begrenzt
 
Büste Erich-Weinert (Wikipedia-Artikel) von Herbert Burschik, einem Bildhauer aus Eisenhüttenstadt
Blick über die Friedrich-Engels-Straße zur Erich-Weinert-Allee, die einen Block des Wohnabschnitts II erschließt
Arkaden am Eingang der Erich-Weinert-Allee als Element der "Nationalen Bautradition". Die Geschäfte in den Arkaden stehen weitgehend leer, da sich das Einkaufverhalten stark verändert hat und das in die Architektur eingeschriebene Konzept "fußläufige Nahversorgung" nicht mehr annimmt. Ob es nun sinnvoll ist, den Imbiß-Stand als ausdrücklichen Fremdkörper in das stimmige Bauensemble zu stellen, darf wohl bezweifelt werden.
Die Arkade auf den anderen Allee-Seite
(11) Rathaus - vormals "Haus der Parteien und Massenorganisationen"
Rathaus: links Straße der Republik - rechts der Zentrale Platz
Baudetail (über dem Eingang)
Das ursprünglich geplante Rathaus ist nie gebaut werden
links das Lindenzentrum
Schrifttafel zur "Leucht-Aufbauphase" von Stalinstadt
 
 
 
Straße der Republik mit dem Rathaus
Blick an der Lindenallee am Linden-Zentrum vorbei zu Rathaus und den unbebauten Zentralen Platz
 
Eisenhüttenstadt - die Stadt der vielen Pläne
Eisenhüttenstadt - die Stadt der vielen Pläne

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.

aus: BALLADE VON DER UNZULÄNGLICHKEIT MENSCHLICHEN PLANENS von Bertolt Brecht (Text und Ton)
 
Eisenhüttenstadt gilt als "Planstadt" und teilt mit anderen Planstädten das Schicksal, dass es zwar viele Pläne gab, aber diese jeweils nur zum Bruchteil ausgeführt wurden.
 
Eisenhüttenstadt wurde als Wohnstadt zum im Bau befindlichen Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) geplant. Die weitreichenden Pläne eines technolgisch naheliegenden Komplexes aus Eisenhütte - Stahlwerk - Warmwalzwerk - Kaltwalzwerk konnte zu DDR-Zeiten nie realisiert werden, da die knappen Ressourcen im Widerspruch zur Vielzahl der Ziele standen. Das ist im Einzelnen in der unten genannten Literatur dargestellt.
 
Auf dieser Web-Seite soll versucht werden, die verschiedenen Etappen der Wohnstadt im Bild zu reflektieren. Aktuell liegt der Schwerpunkt auf den Wohnabschnitten I, II, III und IV, die merklich vom Konzept des Planes von Kurt W. Leucht beeinflusst sind. Spätere Wohnabschnitte folgen nicht mehr der "Nationalen Bautradition", sondern der Logik der Plattenbauweise und fanden in Eisenhüttenstadt im Wohnabschnitt VII ihren Höhepunkt. Ältere Baubestände im früheren Fürstenberg sind noch aufzunehmen ebenso das "Baucamp der Jahre 1984-1986, das für die (ausländischen) Bauarbeiter des neuen Stahlwerks errichtet wurde und auch Einfamilienhäuser für die Spezialisten von VOEST Alpine aus Österreich umfaßte (vergl. Richter, Jenny; Förster, Heike; Lakemann, Ulrich; S. 85).
 
Marco Schmidt: "In dieser Arbeit wird die These vertreten, dass sich in der Gründung von Werk und Stadt die Vision des sozialistischen Neubeginns verwirklichen sollte, wobei die 16 Grundsätze dabei als Grundlage dienten. Neben der wirtschaftlichen Notwendigkeit sollte die neue Planstadt vor allem auch ein politisches Symbol für den Neubeginn des jungen Staates darstellen." (Schmidt, Marco (2012): Eisenhüttenstadt – die erste sozialistische Planstadt der DDR Eine Analyse zur Umsetzung der 16 Grundsätze des sozialistischen Städtebaus. Hamburg)
 
Ruth May: "Stalinstadt ist als Paradigma gedacht, sowohl für die neue Gesellschaftsordnung als auch für die neue soziale Stadt. Die Rede von der 'ersten sozialistischen Stadt auf deutschem Boden' vermittelt beides: den Sozialismus als ihre Voraussetzung und die neue Stadt als seine Hervorbringung."(May, Ruth (1999): Planstadt Stalinstadt. Ein Grundriß der frühen DDR, aufgesucht in Eisenhüttenstadt. Dortmund, S. 314)
 

Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, ob die angestrebte Planstadt nicht de facto zu einer Plansiedlung führte. Der nie bebaute Zentrale Platz, die überdimensioniert wirken Straßen, leerstehende Geschäftsräume und das Auskaufszentrum außerhalb der Wohnstadt werden diese Frage auf. Flierl spricht deshalb von "Wohnungsbau statt Städtebau".

Ruth May: "Durchstreift man Eisenhüttenstadt zum ersten Mal, bemerkt man - neben einer von der ehemaligen Stalinalle her bekannten Architektur - eine merkwürdige Leere. Ist es die Großzügigkeit der Innenräume und die Stille des Spätnachmittags, das Grün überall und die wohlgeordnete Symmetrie der Gebäude und Weganlagen? Woher die Anmutung, man befände sich in der friedlichen Anlage eines Landsanatoriums? Der planerischen und gestalterischen Ordnung liegt unverkennbar der Wille zur Harmonie zugrunde. Von diesem Bestreben durch und durch gegliedert, fehlt ihr ein Knotenpunkt, der alles zusammenhielte: Der zentrale Platz ist leer geblieben. [...] Es ist, wie wenn dem großen einheitsstiftenden Wurf am Ende die inspirierende Kaft ausgegangen sei. Und so ist es auch" (May, Ruth (1999), S. 314)

 
Eisenhüttenstadt: Stadtkonzepte und soziale Realität im Zeitverlauf
 
Walter Siebel: Was macht eine Stadt urban?
 

Die vom Stadtsoziologen Walter Siebel in dem Vortrag referierten und entwickelten Überlegungen zu Urbanität können m. E. ertragreich auf Eisenhüttenstadt bezogen werden. Einige Fragen:

  • Wie kann eine Planstadt Urbanität entwickeln? Der Vergleich etwa mit Wolfsburg wird da hilfreich sein
  • Welche Rolle spielen die Planänderungen beim EKO für die Planstadt?
  • In der DDR waren die Betriebe mit eigenen Kindergärten, Einkaufsstellen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Bereichen aktiv, die sonst der städtischen Sphäre zugeordnet werden. Wie wirkte sich das im Verhältnis des (ausgesprochen dominanten) EKO zur Stadt aus? Wie wirkte sich der Wegfall dieser Sonderrolle nach 1989 auf Eisenhüttenstadt aus?

 

 
Literaturhinweise
 
 
 
 
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